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Häufig gestellte Fragen

Zuerst benötigt man die Winde selbst: Der Windenmotor (bei unserer Winde ist dies ein Elektromotor!) treibt eine Stahltrommel an, mit deren Hilfe das Windenseil herangezogen (=aufgespult) wird. Die gesamte Winde ist fahrbar auf einem Lkw montiert, ist während des Schleppbetriebes aber stationär geparkt. Das Seil stellt die Verbindung zwischen Winde und Flugzeug dar. Wir verwenden dazu zwei Stahlseile von 4,6 mm Durchmesser und einer Länge von je ca. 1200 Meter. Das ausgelegte Seil wird mit einem Ring an der Schleppkupplung des Segelflugzeuges eingehängt. Kurz vor dem Seilende ist ein Bremsfallschirm eingearbeitet, der nach dem Ausklinken den Fall des Seiles bremst und für eine kontrollierte Flugbahn sorgt. Nachdem sich das Seil vom Segelflugzeug gelöst hat wird es noch während des Fallens auf die Trommel der Winde aufgespult. Nach dem Start des zweiten Segelflugzeuges fährt nun unser Rückholfahrzeug zur Winde, beide Schleppseile werden an spezielle Ausleger am Auto angehängt und wieder zur Startstelle zurückgezogen, wo hoffentlich bereits der nächste Segler startbereit wartet.

Das Segelflugzeug wird in 3 Sekunden vom Stand auf 100 km/h beschleunigt. Bereits nach ca. 30 Metern hebt das Flugzeug vom Boden ab. Der Segler wird dann mit ungefähr 100 km/h in 30 Sekunden auf eine Höhe von ungefähr 350 Meter "angehoben". Das ergibt einen durchschnittlichen Höhengewinn von ca. 11 Meter pro Sekunde. Wobei während des Schlepps Werte von bis zu 18 m/s erreicht werden.

Das hängt stark von der Bauweise des Flugzeuges ab. So wiegt ein Einsitzer, der aus Holz (z.B. K6E) oder einer Gemischtbauweise (z.B. K8) besteht, um die 190 kg (Leergewicht), bei einer Spannweite von 15 Metern. Ein moderner Kunststoff-Einsitzer mit 15 Meter Spannweite bringt ungefähr 250 kg auf die Waage.
Ein Doppelsitzer in Gemischtbauweise (z.B. ASK13) bringt es bei 16 Meter auf 290 kg. Die Spitze unter den Segelflugzeugen (was das Gewicht angeht) stellen die Kunststoff-Doppelsitzer dar. So bringt eine G103 mit 17,5 Meter Spannweite 370 kg auf die Waage.
Motorsegelflugzeuge wiegen verständlicherweise etwas mehr da sie, wie es der Name schon sagt, noch einen Motor mitführen. Daher bringt es ein Motorsegler in Gemischtbauweise (z.B. SF25) auf ca. 450 kg Leergewicht.

Oft werden wir von Besuchern darauf angesprochen, ob das Flugzeug schon wieder landen mußte, weil kein Wind mehr da sei.
Dazu lässt sich sagen, dass wir im Normalfall dankbar sind, wenn geringer Wind herrscht. Starker Seitenwind bei Start und Landung fordert vom Piloten eine erhöhte Konzentrationen und mehr Korrekturen der Fluglage, als ohne Wind.
In die richtige Richtung wehend profitieren wir aber auch vom Wind. So erlaubt uns Rückenwind eine erhöhte Reisegeschwindigkeit um ein Ziel zu erreichen. Auch entsteht erst durch Wind der Hangaufwind. Das ist der Wind, der gegen einen Berg bläst und von diesem nach oben gedrückt wird. Diese aufsteigende Luft ermöglicht es einem Segelflugzeug an Höhe zu gewinnen. Jedoch lässt dieser Aufwind nach dem Übersteigen des Berges oder Hanges dann mit der Höhe ziemlich schnell ab, so dass Hangaufwind nur in niedrigeren Flughöhen von Relevanz ist. 

<1> Fahrtmesser :
Anzeige der Geschwindigkeit gegenüber der Luft. (d.h. ohne Windeinfluß zu berücksichtigen). Grüner Bogen: Normaler Betriebsbereich (ab unterem Ende (hier 95 km/h) nicht mehr Flugfähig) / Gelber Bogen: Vorsichtsbereicht (darf nicht bei böigem Wetter benutzt werden) / Roter Strich (bei 250 km/h): Geschwindigkeitsbegrenzung des Herstellers aus Belastungsgründen / Gelbes Dreieck: Empfohlene Geschwindigkeit beim Landen.

<2> Lüftungshebel :
Reguliert die Menge an Frischluft, die in das Cockpit eindringen kann.

<3> flarm :
Kollisionswarngerät vom Typ "flarm". Über LEDs wird Richtung und Höhe von sich nähernden Segelflugzeugen angezeigt.

<4> Variometer :
Zeigt vertikale Bewegungen des Flugzeuges (ob es steigt oder sinkt). Einheit: Meter / Sekunde ==> Zeiger auf der oberen 2: Flugzeug steigt mit 2 Meter/Sekunde = 120 Meter pro Minute Höhengewinn.

<5> Kompass-Abweichungs-Tabelle :
Da der magnetische Kompass (selbst nach Justierung) aufgrund von Einflüssen im Cockpit (elektrische Geräte, Metallbauteile usw.) noch leicht abweichen kann, zeigt diese Tabelle, wie groß die Abweichung ist, um diese kompensieren zu können.

<6> Kompass :
Dient zum Einhalten der Flugrichtung, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

<7> Thermometer :
Anzeige der aktuellen Temperatur. Mit der Flughöhe nimmt die Außentemperatur ab. Daher kann (selbst bei z.B. 15 Grad am Boden) die 0-Grad Grenze erreicht werden. Hat das Flugzeug nun z.B. zusätzlichen Wasserballast getankt (zur Verbesserung der Vorfluggeschwindigkeit), so könnte dieser gefrieren. Dieses Thermometer warnt rechtzeitig davor.

<8> Fahrwerkshebel :
Hier durch das Bein verdeckt. Der Bedienhebel zum ein- und ausfahren des Hauptfahrwerks des Segelflugzeuges.

<9> Steuerknüppel :
Der Steuerknüppel. Hier zusätzlich mit Griff für Radbremse sowie Funktaste zum Betätigen des Funkgerätes.

<10> Ausklinkhebel :
Griff zum Betätigen der Ausklinkvorrichtung des Schleppseiles beim Flugzeugschleppstart oder beim Windenstart.

<11> Funkgerät :
Ermöglicht Kommunikation mit anderen Flugzeugen oder Flugpätzen.

<12> Sicherungen :
Sicherungen zum Schutz der elektrischen Verbraucher vor Überlastung.

<13> Multifunktionsgerät :
Dies vereint gleich mehrere Funktionen. So ist z.B. ein elektrisches Variometer (=E-Vario) beinhaltet. Dieses hat die selbe Funktion wie normales Variometer, aber zusätzlich zur Anzeige auf dem Gerät wird ein Signalton erzeugt der die Anzeige widerspiegelt (hoher Ton = Steigen, tiefer Ton = Sinken). Durch verschiedene Abstufungen kann so die Anzeige gut am Ton abgeschätzt werden. Ermöglicht es dem Piloten mehr Zeit auf die Luftraumbeobachtung zu verwenden.
Außerdem werden auf dem Display je nach Modusauswahl auch die "flarm"-Kontakte angezeigt, eine Navigationskarte dargestellt oder aber (wie hier) der aktuelle Aufwind graphisch dargestellt um diesen Optimal nutzen zu können.

<14> Batteriewahlschalter :
Um auch Geräte mit höherem Batteriebedarf betreiben zu können, führt dieses Flugzeug zwei Batterien mit. Diese können hier unterbrechungsfrei ausgewählt werden.

<15> Höhenmesser :
Anzeige der gegenwärtigen Flughöhe. Je nach Einstellung über dem Boden oder über dem Meeresspiegel. Zwei Zeiger: Großer Zeiger: Anzeige der Hunderter; Kleiner Zeiger: Anzeige der Tausender. Die kleine Nebenskala zeigt den aktuellen Luftdruck. Damit kann nach einem längeren Flug (während dem sich der Luftdruck verändert haben kann) der Höhenmesser nachjustiert werden.

<16> Bremsklappenhebel :
Die Bremsklappen oder auch Landeklappen werden eingesetzt um gezielt schnell Höhe abzubauen. Dies kann zwar auch im Flug nötig sein, wird aber besonders beim Landeanflug verwendet um, trotz der guten Gleiteigenschaften eines Segelflugzeuges, gezielt auf der Landebahn (oder einem Außenlandefeld) aufsetzen zu können.

Mobirise

LSV Schönbrunn-Wunsiedel e.V.  - Flugplatz Tröstau im Fichtelgebirge    ;  118.535 MHz - Rufzeichen: "Tröstau Info"