Diese Seite soll Ihnen einen kleinen Überblick über das Segelfliegen bieten.


1. Was wird benötigt, um einen Segelflieger mit der Winde zu starten???
Zuerst benötigt man die Winde selbst: Ein auf einen alten Bundeswehr LKW montierter 8-Zylinder Benzinmotor mit 7,8 Liter Hubraum. Dieser Motor benötigt etwa einen Liter Superbenzin pro Start! Der Motor treibt zwei Stahltrommeln an, mit deren Hilfe das Windenseil herangezogen (=aufgespult) wird. Ferner braucht man ein Windenseil, dass die Verbindung zwischen Winde und Flugzeug darstellt. Dieses ist ein Stahlseil von 4,6 mm Durchmesser und einer Länge von 1200 Meter. Das ausgelegte Seil wird mit einem Ring an der Schleppkupplung des Segelflugzeuges eingehängt. Kurz vor dem Seilende ist ein Bremsfallschirm eingearbeitet, der nach dem Ausklinken den Fall des Seiles bremst und für eine kontrollierte Flugbahn sorgt. Nachdem sich das Seil vom Segelflugzeug gelöst hat wird es noch während des Fallens auf die Trommel der Winde aufgespult. Nun fährt noch unser Rückholfahrzeug (ein Testfahrzeug der Firma AUDI: ein A8 quattro mit 230 PS / leider keine Straßenzulassung möglich!) zur Winde, beide Schleppseile werden an spezielle Ausleger am Auto angehängt und wieder zur Startstelle zurückgezogen, wo hoffentlich bereits der nächste Segler startbereit wartet.
2. Wie schwer ist so ein Flugzeug???
Das hängt stark von der Bauweise des Flugzeuges ab. So wiegt ein Einsitzer, der aus Holz (z.B. K6E) oder einer Gemischtbauweise (z.B. K8) besteht, um die 190 kg (Leergewicht), bei einer Spannweite von 15 Metern. Ein moderner Kunststoff-Einsitzer mit 15 Meter Spannweite bringt ungefähr 250 kg auf die Waage.
Ein Doppelsitzer in Gemischtbauweise (z.B. ASK13) bringt es bei 16 Meter auf 290 kg. Die Spitze unter den Segelflugzeugen (was das Gewicht angeht) stellen die Kunststoff-Doppelsitzer dar. So bringt eine G103 mit 17,5 Meter Spannweite 370 kg auf die Waage.
Motorsegelflugzeuge wiegen verständlicherweise etwas mehr da sie, wie es der Name schon sagt, noch einen Motor mitführen. Daher bringt es ein Motorsegler in Gemischtbauweise (z.B. SF25E / 18 Meter Spannweite) auf 450 kg Leergewicht.
3. Welche Geschwindigkeit wird beim Windenstart erreicht, bzw. wie schnell geht es aufwärts???
Das Segelflugzeug wird in 3 Sekunden vom Stand auf 100 km/h beschleunigt. Bereits nach ca. 30 Metern hebt das Flugzeug vom Boden ab. Der Segler wird dann mit ungefähr 100 km/h in 30 Sekunden auf eine Höhe von ungefähr 350 Meter "angehoben". Das ergibt einen durchschnittlichen Höhengewinn von ca. 11 Meter pro Sekunde. Wobei während des Schlepps Werte von bis zu 18 m/s erreicht werden.
4. Eine ganz wichtige Frage: Brauche ich Wind zum Segelfliegen???
Oft werden wir von Besuchern darauf angesprochen, ob das Flugzeug schon wieder landen mußte, weil kein Wind mehr da sei.
Dazu lässt sich sagen, dass wir im Normalfall dankbar sind, wenn geringer Wind herrscht. Starker Seitenwind bei Start und Landung fordert vom Piloten eine erhöhte Konzentrationen und mehr Korrekturen der Fluglage, als ohne Wind.
In die richtige Richtung wehend profitieren wir aber auch vom Wind. So erlaubt uns Rückenwind eine erhöhte Reisegeschwindigkeit um ein Ziel zu erreichen. Auch entsteht erst durch Wind der Hangaufwind. Das ist der Wind, der gegen einen Berg bläst und von diesem nach oben gedrückt wird. Diese aufsteigende Luft ermöglicht es einem Segelflugzeug an Höhe zu gewinnen. Jedoch lässt dieser Aufwind nach dem Übersteigen des Berges oder Hanges dann mit der Höhe ziemlich schnell ab, so dass Hangaufwind nur in niedrigeren Flughöhen von Relevanz ist.
5. Was ist alles in so einem Segelflugzeug drin???

(1) Der Fahrtmesser :

Anzeige der Geschwindigkeit gegenüber der Luft. (d.h. ohne Windeinfluß zu berücksichtigen). Grüner Bogen: Normaler Betriebsbereich (ab unterem Ende (hier 75 km/h) nicht mehr Flugfähig) / Gelber Bogen: Vorsichtsbereicht (darf nicht bei böigem Wetter benutzt werden) / Roter Strich (bei 250 km/h): Geschwindigkeitsbegrenzung des Herstellers aus Belastungsgründen / Gelbes Dreieck: Empfohlene Geschwindigkeit beim Landen.

(2) Der Lüftungshebel :

Reguliert die Menge an Frischluft die in das Cockpit eindringen kann.

(3) Der Kompass :

Dient zum Einhalten der Flugrichtung, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

(4) Der Haubennotabwurf :

Dient zum Abwerfen der Plexiglashaube. Wird nur in ausweglosen Situationen betätigt, um mit dem Rettungsfallschirm das Flugzeug zu verlassen.

(5) Das Variometer :

Zeigt vertikale Bewegungen des Flugzeuges (ob es steigt oder sinkt). Einheit: Meter / Sekunde ==> Zeiger auf der oberen 2: Flugzeug steigt mit 2 Meter/Sekunde = 120 Meter pro Minute Höhengewinn.

(6) Das Funkgerät :

Ermöglicht Kommunikation mit Flugzeugen oder Flugpätzen.

(7) Das elektrische Variometer (=E-Vario) :

Selbe Funktion wie normales Variometer, aber zusätzlich zur Anzeige auf dem Gerät wird ein Signalton erzeugt der die Anzeige widerspiegelt (hoher Ton = Steigen, tiefer Ton = Sinken). Durch verschiedene Abstufungen kann so die Anzeige gut am Ton abgeschätzt werden. Ermöglicht es dem Piloten mehr Zeit auf die Luftraumbeobachtung zu verwenden.

(8) Der Höhenmesser :

Anzeige der gegenwärtigen Flughöhe. Je nach Einstellung über dem Boden oder über dem Meeresspiegel. Zwei Zeiger: Großer Zeiger: Anzeige der Hunderter; Kleiner Zeiger: Anzeige der Tausender.